„Wahrheit kann man nicht auf direktem Wege erkennen, zuerst musst du wissen,
was unwahr ist.“
(Osho)
„Wenn man den eigenen ungeübten Geist auch nur fünf Minuten lang betrachtet,
entdeckt man eine höllische Prozession darin! Doch durch regelmäßiges Meditieren (Gewahrsein),
wird man körperlich ruhig und geistig stark, weil man die Geisteskraft nicht mehr an
Vorstellungen und Ideen verschwendet.
Das „So sein“ (Thatagata, die letztendliche Wirklichkeit) ist in
allen Lebensformen enthalten, auch in unserem menschlichen Dasein. Doch das, was wir mit
den Sinnen sehen, sind der Hut, die Schuhe, die Weste und der Mantel des Thatagata – sie
sind nicht Thatagata selbst.“
(Meister Sokai-An, Zen-Buddhismus)
„Der Buddhismus bietet eine Fülle von Erklärungen über den Geist, über seine
Eigenschaften und Veränderungen. Und diese sind tiefgründiger, umfassender und genauer als
Darstellungsweisen in der westlichen Psychologie.“
(Dalai Lama)
Siehe auch 2.2.1. Psychotherapiemethoden unter Punkt 1) bis 8), diese Psychotherapie-Schritte gehen in
Meditationsmethoden über, überschneiden sich mit ihnen.
Achtsamkeitsübungen, Selbstprüfung, Vergegenwärtigung, bezogen auf Körper
und Geist
Tonglen - Austausch von Selbst und Anderen
Benutzen von schwierigen Umständen auf dem Pfad
die Kraft des Ertragens
Stabilisierung des eigenen Geistes - Konzentration und innere Ruhe (Samatha)
Erkennen der klaren, erkennenden, lichtvollen Natur des Geistes (Bewusstheit)
„Zeuge“, Beobachter sein
,Analytische Meditation’ - Zusammenhänge innerer und äußerer
Phänomene (,Ich’ und die äußere Welt, Kosmologie) erkennen und verstehen
Kontemplative Meditation, Gebet u.a.
Beim Tonglen werden durch das Annehmen des eigenen Leides und später das der anderen, die
getäuschten Sichtweisen des ,Ich’ aufgelöst und umgewandelt in Liebe und
Mitgefühl, zuerst für sich selbst und dann für andere.
Verständnis, Bewusstheit, Mitgefühl und Liebe für das ,Ich’ bewirken Heilung
(Überwindung der inneren Spaltung).
Liebe und Weisheit sind die Schlüssel für Veränderung.
Wir müssen dieses ,Ich’ nicht verändern, sondern die Aspekte des ,Ich’ erkennen,
verstehen, annehmen, sie zu „Familienmitgliedern“ machen.
In diesem Annehmen erfolgt eine Veränderung von einer gröberen hin zu einer subtilen
geistigen Bewusstseinsebene.
Wenn der „Zeuge“ (die klare, erkennende Natur des Geistes) wahrnimmt, dass wir die
getäuschten Wahrnehmungen des ,Ich’ nicht sind (Entidentifizierung), dass wir das
,Eine’, ,das Absolute’, das Unbenennbare, das
„Göttliche“, die Buddha-Natur, „Leerheit“ (= Fülle) sind,
erfolgt eine Transformation hin zu Weisheit, innerer Freiheit, Freude, innerem Frieden, Liebe
und Mitgefühl.
Ziel ist eine innere Stabilität, ein dauerhaftes Glück, die unabhängig von
äußeren und inneren Umständen sind, d.h. frei von falschen, getäuschten
Sichtweisen des ,Ich’, der aus buddhistischer Sicht ,angeborenen Unwissenheit’.
Dies erfordert Zeit, Entschlusskraft und eine gehörige Portion Geduld und Humor,
sich selbst und die auftretenden Hindernisse und Schwierigkeiten auf dem Weg zu ertragen und zu
überwinden.
Wenn wir Hindernisse und Schwierigkeiten als Helfer auf dem Pfad begreifen, werden sie unsere innere
Kraft stärken.
„Das Hauptziel buddhistischer Theorie und Praxis besteht darin, alle geistigen Verdunkelungen
(Sanskrit: Kleshas) vollkommen aufzulösen, insbesondere Anhaftung und Zorn.
Psychische und geistige Störungen entstehen vor allem aufgrund der Kleshas, des Anhaftens
und / oder des Zorns.
Was die Erforschung des Geistes angeht, so gibt es vermutlich nirgendwo eine umfassendere Sicht und
Erklärung als im Buddhismus.“