LOTAR SPIESS |
Geistesschulung |
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Geistestraining |
| Buddhismus und andere spirituelle Wege in Verbindung mit psychotherapeutischen Werkzeugen | |||
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2.2. Schulung und Training des Geistes
Wir versuchen durch Achtsamkeit, Hinfühlen, Wahrnehmen, Bewusstmachen der Empfindungen des Körpers, seiner Sprache, seines Ausdrucks und seiner Haltung, der Gefühle, der Atmung und anderes, die verborgenen Einstellungen, Motive und Konzepte des ,Ich’ aufzudecken. Es gilt, Zeuge, Beobachter zu sein, ohne Wertung, ohne Urteil, mit Liebe, Mitgefühl und Verständnis für dieses, unser ,Ich’.
Wenn wir in die Tiefen dieses, unseres ,Ich’ eindringen, begegnen wir Erinnerungen und verdrängten, alten Schmerzen. Gewöhnlich mögen wir viele Teile dieses ,Ich’ nicht, d.h. dass wir nicht in Liebe mit uns selbst sind und damit nicht in Liebe mit anderen sein können. Das ,Ich’ hält an Vorstellungen, Konzepten, Erinnerungen fest oder wehrt ab wie eine Maschine - automatisch. Die Vorstellungen, Konzepte beruhen auf einer groben und subtilen „Unwissenheit“ (Täuschung) - neben Gier (Anhaftung) und Hass (Abwehr) eines der drei „Geistesgifte“ im Buddhismus - vorübergehende „Trübungen des Geistes“. Diese ,Ich’-Struktur ist aus buddhistischer Sicht angeboren. Das Problem ist nicht, dass wir dieses ,Ich’ haben, sondern dass wir glauben, dass wir dieses ,Ich’ sind, dass wir damit identifiziert sind. Wir glauben an ein festes, stabiles, aus sich selbst heraus existierendes ,Ich’ und sehen nicht, dass es sich z.B. ständig verändert, nicht unabhängig ist. Damit leben wir wie in einem Gefängnis, eingeengt, gefangen von unseren Vorstellungen, Wünschen, Erwartungen und getäuschten Wahrnehmungen. >Wir sind nicht dieses ,Ich’, wie es uns erscheint.
Durch ein schrittweises, kontinuierliches, geduldiges, ausdauerndes ,Geistestraining’ (,Zähmung des Geistes’, Arbeit an sich selbst), werden Veränderungen stattfinden: hin zu unserer eigentlichen Natur: Weisheit und Güte.
Positive, neue Sichtweisen und Gewahrsein (Zeuge, Beobachter) und daraus resultierende, neue Verhaltensweisen erarbeiten, heißt den Geist schulen. Damit neue, positive Sicht- und Verhaltensweisen und das Gewahrsein stabil bleiben, muss der Geist kontinuierlich trainiert werden. Das ist ein Gewöhnungs-Prozess.
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